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Clemens Gerhards: Schöner spielen

"Jeder Unternehmensberater würde mir raten, die Spieleproduktion komplett einzustellen." Doch Ludwig Gerhards denkt nicht daran, sich von seinem "kreativen Hobby", wie er die Fertigung seiner geliebten Spiele nennt, zu verabschieden. Seit drei Jahrzehnten leitet er das holzverarbeitende Familienunternehmen, das vom Großvater 1931 gegründet und von seinen Eltern weitergeführt wurde. Als die Clemens Gerhards KG in den achtziger Jahren in die Krise geriet, stieg der Maschinenbau-Ingenieur in den elterlichen Betrieb ein und verdoppelte innerhalb weniger Jahre den Umsatz. Er nahm die wenig lukrativen Kleinmöbel aus dem Programm und legte den Schwerpunkt der Produktion auf Bilderrahmen und hochwertige Geschenkartikel. Bis ein Kunde Spielbretter in Auftrag gab und Gerhards seine wahre Leidenschaft entdeckte. Er verschlang stapelweise Spieleliteratur, suchte in Antiquariaten nach Anregungen und begann Klassiker wie Mühle und Seega zu produzieren, denen er mit reliefartigen Spielbrettern aus Naturhölzern und Spielsteinen aus Halbedelstein eine wunderschöne Optik verpasste. Von da an wurde die Sache mit den Spielen zum Selbstläufer. Der umtriebige Unternehmer lernte auf der Messe in Essen einen holländischen Spieleautor kennen, der von seinen Kunstwerken aus Holz begeistert war. Das erste Autorenspiel entstand, immer mehr Spieleerfinder wollten mit dem einfallsreichen Perfektionisten zusammenarbeiten und bald bekam die kleine Firma eine E-Mail aus den USA, weil eines ihrer Strategiespiele für den "International Gamers Award" nominiert war. Einziger Wehmutstropfen dieser Erfolgsgeschichte: "Die Umsatzzahlen müssen noch in die Höhe gehen, damit sich unsere Spiele rechnen. In vielen großen Städten haben wir leider immer noch keinen einzigen Fachhandelskunden."

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